Torkan, A.; Zoghi, M.; Foroughimehr, N.; Jaberzadeh, S.
Diese kleine Prüfstudie oder Pilotstudie bezweckte die Bewertung der Realisierbarkeit und die Entwicklung eines Studienprotokolls, um die möglichen Effekte der Exposition gegenüber elektromagnetischen 5G-Feldern (5G-EMF) auf die Nervenimpulse, die die motorischen Wirkungen des Organismus (vom Gehirn bis zu den Muskeln) zu studieren.
Die Forscher haben Testsitzungen mit rechtshändigen 18- bis 60-jährigen Freiwilligen organisiert. Personen mit einer medizinischen Vorgeschichte oder implantierbare medizinische Hilfsmittel (z. B. Gehirnprobleme, Epilepsie, Hirnimplantate, Herzschrittmacher usw.) wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die Teilnehmer der Studie haben sich an drei Testsitzungen beteiligt. Vor jeder Testsitzung wurde die Teilnehmer gebeten, mindestens 7 Stunden zu schlafen, keinen Alkohol, kein Koffein oder keine Energydrinks zu trinken und keine körperliche Bewegung zu betreiben.
Während der Testsitzungen saßen die Teilnehmer in einem Sessel und mussten sie ein Mobiltelefon in der linken Hand auf ungefähr 1 Zentimeter vom linken Ohr halten. Das Telefon stand im „Sprachmodus“. Ein Forscher saß auf ungefähr 2 Metern der Teilnehmer. Die Forscher und Teilnehmer haben sich auf Basis von einigen vorher festgelegten Fragen und Antworten (die für alle Teilnehmer und alle Sitzungen gleich waren) unterhalten.
Die Sitzungen wurden für alle Teilnehmer in beliebiger Reihenfolge mit einer Pause von 48 Stunden zwischen jeder Sitzung organisiert:
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Sitzung 1: Exposition gegenüber 5G-EMF während 5 Minuten
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Sitzung 2: Exposition gegenüber 5G-EMF während 20 Minuten
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Sitzung 3: 5 oder 20 Minuten bei Scheinumständen, d. h. unter die gleichen Bedingungen wie die Expositionsgruppe (gleichen Raum, gleichen Sessel, gleiche Position), aber mit einem ausgeschalteten Telefon.
Vor und nach jeder Testsitzung wurden die Signale, die die motorischen Wirkungen des Organismus steuern, mithilfe eines Geräts, das die Gehirnaktivität stimulieren kann, gemessen. Es wurden auch Elektroden an einem Muskel angebracht, um die Reaktion der Anreize zu beurteilen. Die Ergebnisse, die vor und nach den Expositionssitzungen oder Scheinsitzugen bekommen wurden, konnten mit einander verglichen werden. Diese Vergleiche wurden blind durchgeführt, dies heißt, dass die Forscher bei der Analyse der Testergebnisse nicht wussten, ob und wie lange die Teilnehmer exponiert worden sind (5 Minuten, 20 Minuten oder Scheinexposition).
Insgesamt haben 19 Freiwilligen an der Studie teilgenommen. Es wurde kein Unterschied zwischen den Bewertungen vor und nach den Expositionen (5 Minuten, 20 Minuten) oder nach dem Scheintest beobachtet.
Da es sich um eine Pilotstudie handelt, sind die Forscher vorsichtig mit ihren Schlussfolgerungen. Ihre Studie hat keine Beweise für einen Effekt der kurzfristigen Exposition gegenüber 5G-EMF auf die untersuchten Nervenimpulse, die die motorischen Wirkungen des Organismus steuern, erbracht. Sie fügen hinzu, dass andere Studien erforderlich sind, die Ergebnisse von empfindlicheren Messungen, längeren Expositionsperioden und verschiedenen Bevölkerungsgruppen benutzen.
Diese Studie hält einige wichtigen Qualitätskriterien (Scheinbedingungen, Blindanalyse) für experimentelle Studien ein. Die Teilnehmer kannten jedoch die Exposition gegenüber HF-EMF oder Scheinexposition während der Tests. Dies hatte einen antizipierenden Effekt oder sogar einen Placeboeffekt verursachen können. Zudem ist die Nutzung eines Mobiltelefons als Gerät für die 5G-EMF-Exposition im Rahmen einer experimentellen Studie nicht optimal. Es ist ja schwierig, die Exposition der Teilnehmer genau zu kontrollieren und die gleiche Exposition auf alle Teilnehmer und für alle Tests anzuwenden, denn diese hängen von zahlreichen Parametern ab, die nicht alle kontrolliert werden können (Verwendung des 4G-/5G-Netzwerks, Position des Telefons während des Tests usw.). Auch wenn die Exposition gegenüber EMF während jeder Testsitzung gemessen wäre würde, präzisiert der Artikel zudem die benutzte Methodologie nicht, und wurde die spezifische Absorptionsrate (SAR) im Kopfbereich nicht berechnet. Die SAR repräsentiert die Menge vom Körper absorbierte Hochfrequenzenergie und ermöglicht es, mit der Exposition einer Person oder eines Organs insbesondere zu rechnen. Die Forscher erwähnten auch die Begrenzungen in Bezug auf die kleine Anzahl von Teilnehmern an der Studie und die Tatsache, dass es sich a priori um gesunde Personen handelt, was nicht die allgemeine Bevölkerung repräsentiert.