Um dieses Problem zu untersuchen, führten die Forscher eine Literaturrezension durch. Die Beschreibung der Suchkriterien (Mobiltelefon, Laptop, männliche Fruchtbarkeit, Sperma usw.) und der Auswahlprozess enthält wenig Einzelheiten und verwendet eher vage Begriffe, wobei die Suche auf eine einzige Datenbank beschränkt wurde. Die Forscher nahmen 41 Studien, in denen verschiedene Arten von Studien kombiniert wurden, auf: In-vitro-Experimente (durchgeführt im Labor, an Zellen), In-vivo-Studien (durchgeführt im Labor, an Tieren), klinische Beobachtungen bei Menschen sowie Metaanalysen und systematische Rezensionen.
Um die möglichen Auswirkungen von HF-EMF auf die männliche Fruchtbarkeit zu beurteilen, untersuchten die Forscher in ihrer Rezension Parameter wie die erhöhte Hodentemperatur, die zu oxidativem Stress (ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und den körpereigenen Antioxidantien-Abwehrmechanismen, die auch gesunden Zellen und Geweben schaden kann), sowie Schäden an der DNA von Spermien (die DNA enthält das genetische Material, das für die ordnungsgemäße Entwicklung und Funktion des Organismus notwendig ist) führen kann.
Die Ergebnisse dieser Rezension werden präsentiert, indem zuerst die potenziellen Auswirkungen von Laptops von denen von Mobiltelefonen unterschieden und anschließend die Beobachtungen aus Tierstudien, In-vitro-Studien und Forschungen an Menschen spezifiziert werden.
Was Laptops betrifft, so zeigen die Ergebnisse der Rezension, dass die langfristige Verwendung eines Laptops auf dem Schoß zu einem signifikanten Anstieg der Hodentemperatur führt, ein Phänomen, wovon bekannt ist, dass es die Produktion und Qualität von Spermien negativ beeinflusst. Andere Studien haben auch eine Verringerung der Spermienmotilität (ihre Fähigkeit, sich effizient zu bewegen) und eine weitere DNA-Fragmentierung bei Exposition gegenüber mit einem mit WLAN verbundenen Laptop unterstrichen. Diese Effekte scheinen hauptsächlich mit der Wärme, aber auch mit der HF-EMF-Strahlung in Verbindung zu stehen, obwohl die genauen Mechanismen nicht immer eindeutig identifiziert werden.
Die nichtthermischen Auswirkungen von Mobiltelefonen, wie die HF-EMF, bleiben ungewiss und umstritten. Einige Tierstudien zeigen Veränderungen in Hodengeweben, einen erhöhten oxidativen Stress und einer Apoptose von Keimzellen (d. h. ihr Tod durch Selbstzerstörung, eine Art kontrollierten Selbstmords, der wesentlich ist, um Zellen zu eliminieren, die beschädigte oder unnötige Spermien verursachen und somit die Spermienqualität erhalten), während andere keine signifikanten Auswirkungen sehen. Laborforschungen an menschlichem Sperma zeigen manchmal eine Abnahme der Motilität, eine Zunahme von fragmentierter DNA oder Anomalien der Form oder Struktur von Spermien nach Exposition gegenüber Mobiltelefonen. Andere Werke finden jedoch keinen interessanten Zusammenhang.
Diese Rezension umfasst mehrere Einschränkungen, insbesondere die große Vielfalt an aufgenommenen Versuchsprotokollen. Die Studien sind sehr vielfältig, mit unterschiedlichen Qualitätskriterien und unterschiedlichen Versuchsbedingungen (Tiere oder Zellen vs. Menschen, Labor vs. reales Leben). Diese Vielfalt erschwert den Vergleich und die Durchführung einer Qualitätsrezension. Dies wird durch Stichprobenverzerrungen (wenn ausgewählte Studien nicht alle verfügbaren Daten widerspiegeln) und das Fehlen zuverlässiger Langzeitstudien verschlimmert, was die Schlussfolgerungen ungewiss lässt.
Kurz gesagt, die Autoren weisen darauf hin, dass, obwohl einige Daten die Idee unterstützen, dass Laptops und Mobiltelefone die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen können, die Ergebnisse in den meisten Fällen nicht einstimmig sind. Die nichtthermischen Auswirkungen von HF-EMF bleiben wiederum sehr umstritten. Sie betonen, wie wichtig es ist, Studien auf der Grundlage strenger Methoden durchzuführen, um Unsicherheiten zu beseitigen.