Die Forscher konzentrierten sich auf zwei Parameter: oxidativen Stress (Ungleichgewicht zwischen der Erzeugung von reaktiven Sauerstoffmolekülen (ROS) und den Abwehrmechanismen des Körpers gegen Antioxidantien, die gesunden Zellen und Geweben im Körper schaden können) und DNA-Reparatur (die Fähigkeit um zum Beispiel beschädigte Teile der DNA zu reparieren). Sie untersuchten den oxidativen Stress, indem sie einerseits die ROS-Erzeugung und andrerseits die adaptive Immunantwort (die Zellabwehrmechanismen, die den Zell- und DNA-Schaden auf das Minimum beschränken) analysierten.
Es wurde unterschiedliche Zellgruppen und Expositionsszenarien verwendet:
Zur Untersuchung möglicher Auswirkungen in Bezug zu oxidativem Stress – die ROS-Erzeugung
- eine Scheingruppe: Die Zellen in dieser Gruppe wurden in dieselben Umstände wie die exponierten Zellen gestellt. Nur das Expositionssystem ist ausgeschaltet. Dies sorgt dafür, dass ein etwaiger Unterschied zwischen der exponierten und der nichtexponierten Gruppe der Exposition und nicht einem anderen Parameter, der in der Testumgebung zwischen den beiden Gruppen unterschiedlich wäre, zuzuschreiben ist
- eine HF-EMF ausgesetzte Gruppe
Für die Gruppen dauerte die Exposition 24 Stunden. Kurz vor dem Expositionsende fügten die Forscher eine Substanz, wovon bekannt ist, dass sie ROS erzeugt, zu, um zu untersuchen, ob die Exposition gegenüber HF-EMF in Kombination mit der Substanz einen Einfluss auf die ROS-Erzeugung hatte.
Zur Untersuchung möglicher Auswirkungen von oxidativem Stress – die adaptive Immunantwort
- eine positive Kontrollgruppe: Während 20 Stunden mit einer ROS-erzeugenden Substanz (Arsentrioxid) vorbehandelt und danach während 30 Minuten einer höheren Dosis derselben Substanz ausgesetzt
- eine HF-EMF-exponierte Gruppe: Während 20 Stunden mit HF-EMF vorbehandelt und danach während 30 Minuten derselben höheren Dosis der ROS-erzeugenden Substanz (Arsentrioxid) ausgesetzt
- eine Scheingruppe: Dieselbe Umstände wie die ausgesetzte Gruppe, das Expositionssystem wird nur während 20 Stunden ausgeschaltet, wonach eine Exposition während 30 Minuten derselben höheren Dosis der ROS-erzeugenden Substanz folgte
Zur Untersuchung der möglichen Auswirkungen auf die DNA-Reparatur
- eine UV-Strahlung (Strahlung, die der DNA schadet) ausgesetzte Gruppe, wonach eine Scheinexposition von 3, 6, 24 oder 48 Stunden folgte
- eine UV-Strahlung ausgesetzte Gruppe, die danach während 3, 6, 24 oder 48 Stunden HF-EMF ausgesetzt wurde
Für jede HF-EMF ausgesetzte Gruppe spezifizierten die Forscher die verwendete spezifische Absorptionsrate (SAR): entweder 0,08 W/kg (von der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection empfohlener Grenzwert) oder 4 W/kg. Die SAR ist die Einheit für die Menge hochfrequenter Energie, die der Körper während einer HF-EMF-Exposition absorbiert.Alle Experimente wurden blind durchgeführt, also ohne, dass die Forscher über die Behandlung der Zellgruppen (positive Kontrolle, Scheinexposition, HF-EMF-Exposition usw.) informiert waren. Die Temperatur der Zellen wurde während der Experimente gemessen.Dies gewährleistet, dass etwaige Auswirkungen die Folge der Exposition und nicht von potenziellen Temperaturschwankungen sind.
Unter den Umständen während der Experimente untersucht, haben die Forscher keine Auswirkung der HF-EMF-Exposition von 3,5 GHz auf den oxidativen Stress oder die DNA-Reparaturfähigkeit in Fibroblasten, unabhängig von dem verwendeten Expositionsniveau (0,08 W/kg und 4 W/kg) beobachtet. Die Forscher erwähnen, dass ihre Ergebnisse anhand anderer Zellmodelle und Tests mit anderen Expositionsschemen (zum Beispiel langfristiger und/oder wiederholter Exposition) bestätigt werden müssen.
Diese Studie ist von guter Qualität. Die Qualitätskriterien für experimentelle Studien (Blindversuche, Scheingruppen, Temperaturkontrolle, Expositionsinformationen (z. B. SAR) usw.) wurden eingehalten. Wie von den Forschern angegeben, müssen die Ergebnisse dieser Studie bestätigt werden, bevor definitive Schlussfolgerungen über die Auswirkungen von 5G-HF-EMF auf den oxidativen Stress und die DNA-Reparaturmechanismen geziehen werden können.