Die Forscher haben unterschiedliche Laborexperimente zur Überprüfung der potenziellen Auswirkungen auf den Zellzyklus und die Zell-DNA durchgeführt. Der Zellzyklus besteht aus verschiedenen Phasen, wobei eine Mutterzelle wächst und sich in zwei Tochterzellen aufteilt. Die DNA enthält das für die ordnungsgemäße Entwicklung und Funktion des Körpers wesentliche genetische Material.
Das Studienprotokoll umfasste unterschiedliche Behandlungsgruppen für Neuroblastomzellen:
Zur Untersuchung der möglichen Auswirkungen auf den Zellzyklus
- eine negative Kontrollgruppe: keine Behandlung
- eine positive Kontrollgruppe: Die Zellen wurden in einem Medium mit einer kleinen Menge von fetalem Kälberserum (FKS), einem Mittel, das den Zellzyklus erzeugt, kultiviert. Indem die Menge FKS gesenkt wird, verlangsamen die Forscher die Zellteilung. So können sie dafür sorgen, dass die Zellen wie erwartet in Anwesenheit dieser Art Agens reagieren und bestätigen, dass die verwendeten Tests für die Beobachtung der untersuchten Auswirkung geeignet sind
- eine HF-EMF ausgesetzte Gruppe
- eine sogenannte „Scheingruppe“: Die Zellen dieser Gruppe werden unter dieselbe Umstände wie die Zellen der ausgesetzten Gruppe (zum Beispiel demselben Inkubator, den gleichen Temperaturumständen) gestellt. Nur das Expositionssystem ist ausgeschaltet. Dies sorgt dafür, dass ein etwaiger Unterschied zwischen der exponierten und der nichtexponierten Gruppe der Exposition und nicht einem anderen Parameter, der in der Testumgebung zwischen den beiden Gruppen unterschiedlich wäre, zuzuschreiben ist
Zur Untersuchung der möglichen Auswirkungen auf die DNA
- eine negative Kontrollgruppe: keine Behandlung
- eine positive Kontrollgruppe die Menadion, einer Substanz, die der DNA schadet, um die Gültigkeit der verwendeten Tests zu gewähren, ausgesetzt wird
- eine HF-EMF ausgesetzte Gruppe
- Eine HF-EMF + Menadion ausgesetzte Gruppe, um zu kontrollieren, ob die kombinierte Funktion eine stärkere Auswirkung als beide separat verursachen kann (synergistischer Effekt)
- eine sogenannte Scheingruppe
- eine zweite Scheingruppe + Menadion für den Vergleich mit der Gruppe „HF-EMF + Menadion“ und um die potenziellen Auswirkungen von HF-EMF isolieren zu können.
Die Zellen der HF-EMF ausgesetzten Gruppen wurden 3 Stunden lang einem 5G-Signal von 26,5 GHz, das entweder moduliert (wie ein Signal, das Informationen transportiert, zum Beispiel während Telefongespräche) oder nichtmoduliert (keine Informationsübertragung) war, ausgesetzt.
Die spezifische Absorptionsrate (SAR), die Einheit für die Menge HF-EMF-Energie, die der Köper bei einer Exposition gegenüber diesen Feldern absorbiert, betrug 1,25 W/kg. Beachten Sie, dass diese SAR die von der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection empfohlenen Grenzwerte (0,08 W/kg) überschreitet.
Alle Experimente wurden blind durchgeführt, also ohne, dass die Forscher über die Behandlung von den Zellgruppen (positive Kontrolle, Scheinexposition, HF-EMF-Exposition usw.) informiert waren. Die Temperatur der Zellen wurde während der ganzen Dauer der Experimente gemessen. Dies gewährleistet, dass etwaige Auswirkungen die Folge der Exposition und nicht von potenziellen Temperaturschwankungen, die sich per Gruppe unterscheiden können, sind.
Die Ergebnisse der Studie zeigen keine Auswirkungen auf den Zellzyklus durch die Exposition gegenüber modulierten oder nichtmodulierten Signale. Es wurde auch keine Auswirkungen auf die DNA bei Zellen, denen nur modulierten oder nichtmodulierten HF-EMF ausgesetzt wurden oder bei gleichzeitiger Exposition gegenüber Menadion, beobachtet.
Die Forscher erinnern daran, dass dies die erste Studie zur Exposition von Säugetierzellen gegenüber modulierten und nichtmodulierten HF-EMF von 26,5 GHz, kombiniert mit einer Menadionexposition ist. Sie schlagen vor, weitere Studien durchzuführen und dabei zum Beispiel andere Zellarten und andere Expositionszeiten zu verwenden.
Diese Studie ist von guter Qualität. Die Qualitätskriterien für experimentelle Studien (Blindversuche, Scheingruppen, Temperaturkontrolle, Expositionsinformationen (z. B. SAR) usw.) wurden eingehalten. Wie die Forscher angegeben haben, sind weitere Studien wichtig, um mehr Informationen zu erhalten und die im Rahmen dieser Zellstudie erzielten Ergebnisse zu replizieren.