Veröffentlichung Die Exposition gegenüber 5G-Funkfrequenzen verringert die Expression von PRDM16 und C/EBP β-mRNA, zwei wichtigen Biomarkern der braunen Adipogenese

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Veröffentlichung - Gesundheit

Quelle via Int. J.Mol. Sci.

Seewooruttun C, Bouguila B, Corona A, Delanaud S, Bodin R, Bach V, Desailloud R, Pelletier A.

In dieser Studie untersuchten Forscher, wie die Exposition gegenüber elektromagnetischen Hochfrequenzfeldern (HF-EMF), wie von unseren Mobiltelefonen (2G- und die neuen 5G-Typen) verwendet, die Art und Weise, wie unser Körper Wärme produziert, und die Bildung von braunen Fettzellen beeinflussen kann. Braunes Fett ist eine Sonderform von Gewebe, das zur Wärmeerzeugung Kalorien verbrennt und dem Körper hilft, seine innere Temperatur als Reaktion auf Kälte zu behalten. Diese Zellen sind also für die Anpassung an die Kälte wichtig. Die Forscher haben auch untersucht, ob das Alter, da braunes Fett hauptsächlich bei den meisten jungen Säugetieren (einschließlich Ratten, wie in dieser Studie, und bei Menschen) aktiv ist, oder die Dauer der Exposition gegenüber HF-EMF, die Auswirkungen beeinflussen könnten.

Zur Analyse der Auswirkungen untersuchten die Forscher die Aktivität von zwei Messenger-RNA („mRNA“), die für die Bildung brauner Fettzellen wichtig sind. Die PRDM16- und C/EBPβ-Gene, kleine Einheiten, die einen Teil unseres genetischen Materials (DNA) enthalten, funktionieren als Schalter: Wenn sie aktiviert werden, produzieren sie mRNA, die dann für die Herstellung von Proteinen, die für die Umwandlung Zellen in braune Fettzellen notwendig sind, verwendet werden. Wenn die Expression (d. h. der Prozess, bei dem die Informationen aus der mRNA zur Herstellung eines Proteins verwendet werden) dieser mRNAs abnimmt, bedeutet dies, dass die Gene weniger aktiv sind und der Körper weniger braunes Fett produziert.

Forscher haben eine Studie an Ratten, die ausgewählt wurden, weil ihre Reaktion auf Kälte der des Menschen ähnlich ist, durchgeführt. Sechzig Ratten, junge (3 Wochen alt) und junge Erwachsene (8 Wochen alt), wurden in 12 Gruppen von jeweils 5 Ratten eingeteilt. Für jede Altersgruppe wurden sechs Gruppen exponiert: Drei Gruppen wurden einer HF EMF für eine Woche und drei Gruppen für zwei Wochen ausgesetzt. Jede der drei Gruppen wurde unterschiedlich exponiert: (1) eine Gruppe 5G (3,5 GHz), (2) eine weitere Gruppe 2G (900 MHz) und (3) eine Gruppe einer „Scheinexposition“. Bei dieser Scheinexposition müssen die nichtexponierten Ratten unter denselben Bedingungen wie die exponierten Ratten, jedoch ohne tatsächliche Exposition gestellt werden (die Tiere werden beispielsweise unter denselben Bedingungen in dieselbe Käfige gestellt, aber mit einem ausgeschalteten Expositionssystem). Dies sorgt dafür, dass ein etwaiger Unterschied zwischen zwei Gruppen der Exposition und nicht einem anderen Parameter innerhalb der Testumgebung, der zwischen den Gruppen unterschiedlich wäre, zuzuschreiben ist. Die Ratten wurden zweimal täglich eine Stunde lang exponiert. Die Forscher analysierten dann im braunem Fett der Ratten die Aktivität von Genen, die an der Wärmeerzeugung und der Produktion neuer Fettzellen beteiligt sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktivität der Gene in 5G-HF-EMF ausgesetzten Zellen im Vergleich zu Zellen aus der Scheingruppe signifikant reduziert wurde. Diese Reduktion war signifikant, d. h. 49 % für den ersten genetischen Schalter, das PRDM16-Gen, und 32 % für das zweite, das C/EBPβ-Gen, unabhängig vom Alter der Ratten oder der Dauer der Exposition. Andere genetische Schalter, die mit der Bildung von braunem Fett zusammenhängen, zeigten ebenfalls eine Abnahme nach der 5G-Exposition. Dies deutet darauf hin, dass eine 5G-Exposition die Bildung und Funktion dieser braunen Fettzellen beeinträchtigen könnte, wodurch der Körper empfindlicher gegenüber Kälte werden könnte. In Bezug zur Wärmeerzeugung wurden im Allgemeinen keine signifikanten Veränderungen für die wichtigsten mRNA dieses Prozesses nach Exposition gegenüber HF-EMF beobachtet. Im Gegensatz dazu führten Auswirkungen, die mit dem Alter und der Dauer der 2G-HF-EMF-Exposition zusammenhingen, bei jungen erwachsenen Ratten im Vergleich zu jungen Ratten zu einer Aktivitätsabnahme des genetischen Schalters. Ein weiterer genetischer Schalter, der für die Wärmeerzeugung als Reaktion auf Kälte wichtig ist, zeigte höhere Konzentrationen bei jungen Ratten, die nach einwöchiger Exposition gegenüber 5G und 2G ausgesetzt waren, im Vergleich zu Ratten unter Scheinbedingungen.

Diese Studie erfüllt bestimmte Qualitätskriterien. Es wurde eine Scheingruppe aufgenommen, die denselben Bedingungen ausgesetzt war, die es ermöglichte, die Umweltauswirkungen zu kontrollieren. Die genaue Beschreibung der HF-EMF-Exposition mit strengen Messmethoden erleichtert es anderen Forschern, die Ergebnisse zu replizieren. Die Intensität der verwendeten HF-EMF entspricht unserer tatsächlichen Exposition in der Umwelt, was die Relevanz der Ergebnisse verstärkt. Die Forschung weist jedoch auch erhebliche Einschränkungen auf. Es gab kein blindes Verfahren, d. h. die Forscher wussten, welche Ratten exponiert waren, was die Ergebnisse unbeabsichtigt beeinflussen könnte. Darüber hinaus waren die Gruppen klein (5 Ratten pro Bedingung), was erklären könnte, dass einige Auswirkungen nicht statistisch signifikant waren. Darüber hinaus ist es aufgrund dieser geringen Zahlen unmöglich, eine bestimmte individuelle Variabilität zwischen den Ratten zu berücksichtigen. Die Forscher stellen auch fest, dass die genetische Aktivität nicht immer die Proteinmenge widerspiegelt. Genauere Analysen konnten aufgrund unzureichender Stichproben nicht durchgeführt werden, insbesondere bei älteren Ratten. Dies ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um mögliche biologische Wirkungen zu bestätigen. Schließlich schlagen sie vor, dass es nützlich wäre, die Körpertemperatur der Ratten während der Exposition zu messen, um besser zu verstehen, ob HF-EMF ein Kältegefühl verursachen oder ob der Körper seine Temperatur anpasst, um dies auszugleichen. Dies würde helfen, die direkten Auswirkungen von HF-EMF von den normalen Reaktionen des menschlichen Körpers zu unterscheiden.

Angesichts dieser Einschränkungen sind die Ergebnisse mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Es können keine endgültigen Schlussfolgerungen über einen möglichen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber 5G-HF-EMF und Störungen der braunen Fettbildung oder der Empfindlichkeit gegenüber Kälte gezogen werden. Wie Forscher oft betont haben, sind neue, gründlichere und replizierbare Studien zur Bestätigung oder Widerlegung dieser Ergebnisse erforderlich, zumal es sich um eine der ersten Studien zu den möglichen Auswirkungen von HF-EMF auf die Fettbildung handelt.