Veröffentlichung Bewertung der Elektrischenfeldexpositionswerte (EF) und ihrer Beziehung zur Schlafqualität der Bewohner rund um BTS-Antennen in Sabzevar, Iran

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Veröffentlichung - Gesundheit

Malvandi H, Fallahi M, Saghi MH, Hassanzadeh N.

In dieser Studie, die Ende 2023 und Anfang 2024 in Sabzevar, Iran, durchgeführt wurde, untersuchten Forscher die potenziellen Auswirkungen der Exposition gegenüber von Mobiltelefonantennen (BTS) ausgesendeten elektromagnetischen Hochfrequenzfeldern (HF-EMF) auf die Schlafqualität von 436 jungen Erwachsenen (18 bis 30 Jahre).

Sie messen die Intensität der elektromagnetischen Hochfrequenzfelder (HF-EMF) an verschiedenen Tageszeiten und an verschiedenen Orten um die Antennen herum, während sie die Schlafqualität anhand eines anerkannten Standardfragebogens, des Pittsburgh Sleep Quality Index, bewerten.

Die Ergebnisse ergaben zwei Hauptbeobachtungen: Zum einen lagen die Werte der HF-EMF, die um die BTS-Antennen im untersuchten Gebiet gemessen wurden, unterhalb der von der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) festgelegten Expositionsgrenzwerte. Zum anderen berichteten die an der Studie teilnehmenden Bewohner im Allgemeinen von schlechter Schlafqualität. Insbesondere die Bewohner, die in einem Umkreis von 100 Metern von den Antennen lebten, berichteten von schlechterem Schlaf als diejenigen, die mehr als 300 Meter von den Antennen entfernt lebten. Darüber hinaus ging die langfristige Nutzung von Mobiltelefonen nach dem Selbstbericht der Teilnehmer mittels Fragebögen mit einer Verschlechterung der Schlafqualität einher.

Diese Studie weist eine Reihe bemerkenswerter Einschränkungen auf. Erstens umfasst die Stichprobe nur junge Erwachsenen, was die Übertragung der Ergebnisse auf die allgemeine Bevölkerung beschränkt. Darüber hinaus beruht die Schlafqualität auf dem Selbstbericht, der anfällig für Erinnerungsverzerrungen und Verzerrung wegen sozialen Wünschenswert-Seins ist. Verzerrungen sind Fehler, welche die Ergebnisse einer Studie beeinflussen können, z. B. indem sie die Auswirkungen erhöhen oder verringern. Daher ist es wichtig, dies bei der Bewertung einer Studie zu berücksichtigen. In der Studie wurden auch einige wichtige Faktoren, die den Schlaf beeinflussen können, wie Stress, Umgebungslärm, Vorerkrankung, Lebensgewohnheiten (Ernährung, körperliche Aktivität, Drogenkonsum) oder soziodemografische Variablen wie Alter, Geschlecht oder Bildungsniveau, nicht berücksichtigt.

Der transversale Charakter der Studie (Daten aus der untersuchten Gruppe von Personen wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt gesammelt) begrenzt auch den Bereich der Ergebnisse: Er erlaubt nur einen Zusammenhang zwischen der HF-EMF-Exposition und Schlafstörungen ohne Kausalzusammenhang. Obwohl die Expositionsmessungen an unterschiedlichen Zeitpunkten und Entfernungen wiederholt wurden, bleiben sie einmalig und ungenau: Die genaue Dauer der Messungen ist nicht angegeben, und die tatsächliche Exposition variiert stark je nach verschiedenen Faktoren (Entfernung, Hindernissen, Netznutzung usw.), was eine zuverlässige individuelle Beurteilung erschwert. Darüber hinaus wäre es für die Autoren interessant gewesen, die Schlafqualität anhand der gemessenen HF-EMF-Werte und nicht anhand der Entfernung zu den Antennen zu analysieren, die nicht unbedingt die tatsächliche Exposition widerspiegeln.

Schließlich kann auch ein psychologischer Aspekt, der nicht gemessen wurde, eine Rolle spielen, nämlich das Leben in der Nähe einer Antenne kann Angst oder subjektives Hemmnis verursachen, was den Schlaf unabhängig von der tatsächlichen HF-EMF-Exposition beeinflussen kann. Diese zusätzliche Verwirrung zeigt die Komplexität der Zusammenhänge zwischen der beobachteten Umwelt, dem psychologischen Wohlbefinden und der Gesundheit.

Die Autoren weisen darauf hin, dass zur Überprüfung der Auswirkungen einer Exposition gegenüber HF-EMF auf die Schlafqualität, es wichtig ist, die individuelle Exposition über einen langen Zeitraum zu messen, dass Faktoren wie Lärmbelastung berücksichtigt werden und objektive Methoden wie die Elektroenzephalographie zur Analyse der Gehirnaktivität während des Schlafes unter realen Bedingungen eingesetzt werden. Dies würde es ermöglichen, Verzerrungen zu verringern und das Verständnis der Auswirkungen dieser Exposition auf den Schlaf zu verbessern.

Kurz gesagt, in dieser Studie wurde ein Zusammenhang zwischen der Nähe von Mobiltelefonantennen und einer niedrigeren selbst berichteten Schlafqualität sowie der Langzeitnutzung des Mobiltelefons beobachtet. Angesichts der erheblichen methodischen Beschränkungen sollten diese Ergebnisse jedoch mit Vorsicht verwendet werden. Daher ist es notwendig, in Zukunft vertiefte und mehr detaillierte Forschungsarbeiten unter Verwendung objektiver Methoden und einer besseren Kontrolle der Variablen durchzuführen, um diese potenzielle Verbindung besser zu verstehen und Unsicherheiten zu verringern.