Sie verwendeten Sperma von 12 Zuchtschweinen (männliche Schweine im Alter von 1,5 bis 3,5 Jahren). Jede Probe wurde in zwei Teile geteilt, von denen einer exponiert und der andere nicht exponiert wurde (Scheinprobe):
- Exponierte Proben: Sie wurden in drei Gruppen verteilt und jeweils zwei Stunden lang drei großen 5G-Frequenzbändern ausgesetzt (700 MHz, 2500 MHz und 3500 MHz). So wurde eine Spermaprobe nur einer dieser Frequenzen ausgesetzt;
- Nicht exponierte Proben (es handelt sich um die Scheingruppe oder Kontrollgruppe): Diese Bedingung erfordert, dass die nicht exponierten Spermazellen unter dieselben Bedingungen wie die exponierten Spermazellen gestellt werden, jedoch ohne tatsächliche Exposition (die Proben werden zum Beispiel unter denselben Bedingungen in denselben Inkubator gesetzt, aber mit dem Expositionssystem ausgeschaltet). Dies sorgt dafür, dass ein etwaiger Unterschied zwischen den zwei Gruppen der Exposition und nicht einem anderen Parameter innerhalb der Testumgebung, der zwischen den zwei Gruppen unterschiedlich wäre, zuzuschreiben ist.
Die Temperatur der exponierten Proben und Stichproben wurde während jeder Exposition überwacht (ca. 19 °C), um mögliche thermische Auswirkungen auszuschließen.
Die Forscher analysierten dann drei Hauptparameter in dieser Studie: DNA-Integrität, Zellmembran und mitochondriales Potenzial. Die DNA-Integrität, d. h., sie bleibt intakt und unbeschädigt, ist von entscheidender Bedeutung, da die DNA genetisches Material enthält, das die richtige Entwicklung und Funktion unseres Körpers ermöglicht. Brüche oder Fragmentierungen der DNA können die Fruchtbarkeit und die korrekte Übertragung genetischer Informationen gefährden. Die Zellmembran, die wie eine „Haut“ jede Spermazelle umgibt, spielt eine entscheidende Rolle: Ist sie beschädigt, kann die Zelle nicht mehr überleben oder richtig funktionieren. Schließlich ist das mitochondriale Potenzial ebenso wichtig, da es die Energie produziert und speichert, die Spermazellen benötigen, um sich fortzubewegen und die Eizelle zu befruchten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Spermazellen, die HF-EMF ausgesetzt waren, mehr DNA-Schäden aufwiesen als die in der Kontrollgruppe. Die auffälligste Auswirkung wurde bei 2500 MHz beobachtet, gefolgt von 3500 MHz. Bei 700 MHz wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt. Was die Membran und die Mitochondrien betrifft, wurden im Allgemeinen keine deutlichen Auswirkungen beobachtet, außer bei 3500 MHz, wo ein größerer Teil der Spermazellen beschädigte Membranen aufwies, während das gemessene mitochondriale Potenzial hoch blieb.
Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass RF-EMF, insbesondere bei Frequenzen von 2500 und 3500 MHz, DNA-Schäden verursachen und eine Reihe von Indikatoren für die Vitalität von Schweinesperma beeinflussen können.
Diese Studie erfüllte verschiedene Qualitätskriterien. Es wurde eine Scheingruppe verwendet, ein Temperaturregler, um zu verhindern, dass die thermische Auswirkung mit der Auswirkung der RF-EMF verwechselt wird, und es wurden „blinde” Analysen durchgeführt (dies ist wichtig, da es bedeutet, dass die Forscher nicht wissen, welche Proben der RF-EMF ausgesetzt sind und welche nicht, um jeglichen Einfluss, auch unbeabsichtigt, auf die Ergebnisse zu vermeiden).
Die Studie hat jedoch auch Einschränkungen. Erstens mahnen die Autoren zur Vorsicht: Die Studie wurde in vitro
durchgeführt, an Sperma, das im Labor isoliert wurde, und nicht an lebenden Schweinen. Dies bedeutet, dass nicht bekannt ist, ob dieselben Auswirkungen auch in einem ganzen Organismus auftreten würden, wo der Körper über Abwehr- und Wiederherstellungsmechanismen verfügt, die die isolierte Probe nicht hat. Darüber hinaus entsprechen die verwendeten Expositionsbedingungen (kontinuierliche Wellen, feste Intensität über zwei Stunden) auch nicht denen des täglichen Lebens, wo die Exposition je nach Nutzung variiert. Weiterhin ist die Anzahl der in der Studie verwendeten Tiere relativ gering, was die Zuverlässigkeit der aus der Studie ableitbaren Schlussfolgerungen einschränkt. Schließlich haben die Forscher zwar die Frequenz, Intensität und Dauer der verwendeten Wellen angegeben, jedoch die EMF-Exposition nicht genau gemessen (Dosimetrie), sodass nicht genau klar ist, wie die Zellen exponiert wurden und wie viel Energie sie tatsächlich erhalten haben. Dies erschwert den Vergleich mit anderen Studien und erschwert die Bewertung des tatsächlichen Risikos.
Zusammenfassend lässt die Studie auf eine potenziell negative Auswirkung einiger 5G-Frequenzen (insbesondere 2500 und 3500 MHz) auf die DNA von Spermien schließen. Es ist jedoch noch zu früh, um daraus zu schließen, dass ein unmittelbares Risiko für die Fruchtbarkeit von Menschen oder Tieren besteht. Die Forscher fordern neue, umfassendere Studien an lebenden Organismen, um zuverlässigere Schlussfolgerungen ziehen zu können.