Veröffentlichung Auswirkungen hochfrequenter (1950 MHz) und sehr niederfrequenter (50 Hz) elektromagnetischer Felder auf DNA-Schäden, die durch relevante berufliche Exposition an menschlichen Zelllinien verursacht werden

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Veröffentlichung - Gesundheit

Quelle via Toxicol. In Vitro.

Worel N, Mišík M, Kundi M, Ferk F, Hutter HP, Nersesyan A, Wultsch G, Krupitza G, Knasmueller S.

In dieser Studie wollten die Forscher herausfinden, ob hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF), die von Mobiltelefonen (1950 MHz) ausgestrahlt werden, und solche, die von Stromleitungen erzeugt werden (sehr niedrige Frequenz, NF-EMF, bei 50 Hz), die DNA menschlicher Zellen schädigen können. DNA enthält genetisches Material. Es ermöglicht die richtige Entwicklung und das ordnungsgemäße Funktionieren unseres Organismus. Wissenschaftler fragten sich auch, ob diese EMF-Zellen empfindlicher gegenüber bestimmten krebserregenden Chemikalien in der Umwelt machen könnten, wie beispielsweise Schwermetallen oder Dämpfen aus industriellen Prozessen wie der Metallverarbeitung oder Verbrennung.

Um dies zu untersuchen, führten die Forscher eine experimentelle In-vitro-Forschung durch, nämlich an Zellen im Labor. Sie verwendeten zwei Arten menschlicher Zellen: Gliazellen (Stützzellen im Gehirn, die sich von Neuronen unterscheiden, aber für dessen Funktion ebenso wichtig sind) und weiße Blutkörperchen. Diese Entscheidung resultiert aus der Tatsache, dass einige Studien bereits einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und bestimmten Arten von Hirntumoren sowie zwischen der Exposition gegenüber Stromleitungen und Elektrogeräten und bestimmten Formen von Leukämie (Krebserkrankung, die die Zellen des Immunsystems im Blut oder Knochenmark befällt) hergestellt haben. Für jeden Zelltyp wurden Proben in vier Gruppen eingeteilt, um die Auswirkungen zu vergleichen. Für die erste Gruppe, die Scheingruppe, müssen die nicht exponierten Zellen unter dieselben Bedingungen wie die exponierten Zellen gestellt werden, jedoch ohne tatsächliche Exposition (die Zellen werden beispielsweise unter denselben Bedingungen in denselben Inkubator gesetzt, aber mit dem Expositionssystem ausgeschaltet). Dies sorgt dafür, dass ein etwaiger Unterschied zwischen den (exponierten bzw. nicht exponierten) Gruppen der Exposition zuzuschreiben ist und nicht einem anderen Parameter innerhalb der Testumgebung, der für die beiden Gruppen unterschiedlich wäre. Die zweite Gruppe wurde nur HF-EMF ausgesetzt, um die direkte Auswirkung zu beurteilen. Die dritte Gruppe erhielt nur Chemikalien, von denen bekannt ist, dass sie DNA schädigen, wie bestimmte Schwermetalle oder Substanzen, die die Auswirkung von UV-Strahlen nachahmen. Schließlich kombinierte eine vierte Gruppe gleichzeitig die Exposition gegenüber HF-EMF mit einer Exposition gegenüber Chemikalien, um zu untersuchen, ob HF-EMF die Auswirkung von Chemikalien verstärken oder verringern kann.

Um diesen potenziellen Schaden zu messen, nutzten die Forscher eine Technik, die als „Kometentest” bezeichnet wird. Wenn die DNA einer Zelle beschädigt ist, kann ein Teil davon in kleine Fragmente zerbrechen. Beim Kometentest wird DNA in ein Gel eingebracht und ein elektrisches Feld angelegt. Die Fragmente wandern im Gel und bilden eine Spur, die unter dem Mikroskop sichtbar ist. Je länger die Spur, desto größer war die DNA-Schädigung.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass HF-EMF von Mobiltelefonen und NF-EMF von Stromleitungen und Elektrogeräten die DNA in menschlichen Zellen nicht geschädigt haben; ein leichter Rückgang der Schädigung wurde in Gliazellen beobachtet, obwohl die biologischen Folgen davon ungewiss sind. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass keine Kombination dieser EMF mit krebserregenden Chemikalien die beobachteten Auswirkungen auf die DNA erhöht oder verringert, was darauf hindeutet, dass EMF die Auswirkungen dieser Substanzen nicht verändert hat.

Die Studie gilt als fundiert, da sie wichtige Kriterien für wissenschaftliche Genauigkeit erfüllt. Die Forscher haben Scheingruppen verwendet, um einen zuverlässigen Vergleich zu erhalten. Dazu gehört auch eine positive Kontrollgruppe, eine Gruppe, auf die eine Substanz oder Bedingung angewendet wird, von der bereits bekannt ist, dass sie eine messbare Auswirkung hat, wie z. B. DNA-Schäden. Anhand dessen kann überprüft werden, ob der verwendete Test korrekt funktioniert. Außerdem wurde jedes Experiment dreimal wiederholt, um die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Schließlich wurden alle Analysen blind durchgeführt, was bedeutet, dass die Forscher nicht wussten, welche Proben exponiert wurden, was alle Verzerrungen vermeidet. Verzerrungen (Bias) sind systematische Fehler, die die Ergebnisse einer Studie sowohl positiv (z. B. Verstärkung des Effekts) als auch negativ (z. B. Abschwächung des Effekts) beeinflussen können. Daher ist es wichtig, dies bei der Bewertung einer Studie zu berücksichtigen. Es gibt jedoch noch Einschränkungen, die berücksichtigt werden müssen. Die Experimente wurden an isolierten Zellen in vitro durchgeführt und nicht an ganzen Organismen, was die Komplexität eines menschlichen Körpers nicht widerspiegelt. Die leicht „schützende“ Auswirkung, die in Gehirnzellen beobachtet wird, bleibt ebenfalls unklar und erfordert weitere Untersuchungen.

Schließlich zeigt diese Studie, dass HF-EMF von Mobiltelefonen und NF-EMF von elektrischen Leitungen die DNA nicht beschädigen oder die Auswirkung krebserregender Substanzen unter den getesteten Bedingungen verändern. Die Forscher empfehlen jedoch weitere Untersuchungen, um die noch unsicheren Mechanismen besser zu verstehen.