Veröffentlichung Auswirkungen elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen auf das EEG von wachen Personen in Ruhe und die erzeugten Potentiale: systematische Rezension und Metaanalyse

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Veröffentlichung - Gesundheit

Quelle via Bioelectromagnetics

Prins AC, Baas K, van der Meer JN, Jacobs M, Nederveen AJ.

In dieser Studie versuchte das Forscherteam, dasjenige, was heute über die möglichen Auswirkungen von Magnetfeldern von Mobiltelefonen (HF-EMF) auf die Gehirnaktivität bekannt ist, zu analysieren. Genauer gesagt haben sie sich einerseits auf die Gehirnaktivität, wenn wir wach, aber in Ruhe sind, und andrerseits auf die Gehirnaktivität bei optischen und akustischen Reizen konzentriert.

Zu diesem Zweck führten sie eine sogenannte systematische Rezension durch, d. h. sie benutzten relevante Stichwörter in Suchmaschinen, die wissenschaftliche Artikel aus der ganzen Welt sammeln, und suchten nach Studien zu diesem Thema. Nach dieser Phase, und mit den identifizierten Studien, führten sie Metaanalysen durch. Eine Metaanalyse kombiniert die Ergebnisse verschiedener Studien, um zu einer vollständigen Synthese zu kommen. Anhand dieser Methode kann die Menge analysierter Daten erhöht werden und somit das Vertrauen in die Ergebnisse statistischer Analysen verstärkt werden.

Das Forschungsteam konzentrierte sich auf zwei Forschungsthemen:

  • Studien zur Analyse der Auswirkungen von Magnetfeldern (2G, 3G, 4G, 5G) auf die Gehirnaktivität, wenn das Individuum wach, aber ruhend mit offenen oder geschlossenen Augen ist.
  • Studien zur Analyse der Auswirkungen von Magnetfeldern (2G, 3G, 4G, 5G) auf die Gehirnaktivität, wenn das Individuum wach ist und eine Aufgabe ausführt

Beide Arten von Studien umfassen die Exposition gegenüber HF-EMF von Freiwilligen und die Analyse ihrer Gehirnaktivität mittels eines Elektroenzephalogramms (oder „EEG“, einer medizinischen Untersuchung, die die Gehirnaktivität registriert und grafisch darstellen kann).

Das Forscherteam identifizierte 51 Studien die mit den beiden Forschungsthemen übereinkommen: 31 in Bezug auf die Auswirkungen von HF-EMF auf das Gehirn im wachen Ruhezustand und 20 in Bezug auf die Auswirkungen von HF-EMF auf das Gehirn während der Ausführung einer Aufgabe.

Vor der Durchführung der Metaanalysen prüften sie auch, ob eine Reihe von Qualitätskriterien erfüllt wurde, und gaben jeder Studie eine Art wissenschaftliche Qualitätsbewertung. Beispielsweise mussten die Studien mit folgenden Anforderungen durchgeführt werden:

  • ausreichend Daten für die Arbeit
  • einem randomisierten Design, das bedeutet, dass die Teilnehmer an den Studien beliebig der exponierten oder nichtexponierten Gruppe zugeteilt wurden, wodurch eine Vorauswahl vermieden wird
  • einem kontrollierten Expositionssystem, das sicherstellt, dass die beobachteten Ergebnisse der untersuchten Exposition und nicht irgendetwas anderem zuzuschreiben sind
  • unter Berücksichtigung blinder Bedingungen, was bedeutet, dass Forscher, die die Ergebnisse beim Vergleich der Gruppen analysieren, nicht wissen, welche Gruppe ausgesetzt ist und welche nicht. Dadurch wird verhindert, dass sie bei der Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse von eigenen Vorurteilen beeinflusst werden

Die Autoren stellen jedoch fest, dass keine der Studien in der Metaanalyse alle diese Qualitätskriterien erfüllte.

Das Team hat drei wichtige Ergebnisse beobachtet:

  • Sie haben eine Auswirkung der Exposition gegenüber 2G-HF-EMF auf das EEG festgestellt, wenn die Person in Ruhe ist und die Augen geöffnet hat.
  • Sie haben keine Auswirkungen von HF-EMF auf die elektrische Aktivität des Gehirns, sowohl auditiv als auch visuell, bei der Ausführung einer Aufgabe gesehen. Die Autoren schlussfolgern, dass die Auswirkungen von HF-EMF weniger ausgeprägt sind, wenn das Gehirn aktiv ist, als wenn es sich in Ruhe befindet.
  • Sie haben festgestellt, dass alle Studien zu diesem Thema, die sie im Rahmen ihrer systematischen Rezension sammeln konnten, derart unterschiedliche Methoden verwenden, dass die Ergebnisse schwer zu vergleichen sind.

Schließlich fordern die Autoren auf, dafür zu sorgen, dass alle künftigen Studien zu diesem Thema nach Qualitätskriterien und standardisierten Versuchsmethoden durchgeführt werden, damit sie zuverlässiger und besser vergleichbar sind.