24 Januar 2022 In den USA werden Flüge wegen Sicherheitsbedenken über 5G gestrichen

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BIPT / IBPT

BIPT / IBPT

In den Vereinigten Staaten benutzen einige 5G-Netze das sogenannte C-Band im Funkfrequenzband 3,7 GHz – 3,98 GHz (oder 3700 MHz – 3980 MHz). Bestimmte Flugzeuge sind jedoch mit funkgesteuerten Höhenmessern ausgestattet, die ein nahe gelegenes Frequenzband, nämlich 4,2 GHz – 4,4 GHz (oder 4200 MHz – 4400 Mhz) nutzen. Da beide Bänder möglicherweise zu nahe beieinander liegen, wird in den USA befürchtet, die Systeme könnten von den 5G-Signalen gestört werden.

In Europa sind die 5G-Frequenzbänder weiter von den für die Höhenmesser festgelegten Funkfrequenzbändern entfernt als in den Vereinigten Staaten. Die Risiken von Interferenzen sind daher a prior geringer in Europa als in den Vereinigten Staaten, weil das Schutzband größer ist. Der Unterschied in den Vereinigten Staaten beträgt nur 220 MHz (Untergrenze Höhenmesser 4,2 GHz - Obergrenze 5G-Funkfrequenzband: 3,98 GHz = 220 MHz), gegenüber 400 MHz hier in Europa (Untergrenze Höhenmesser 4,2 GHz – Obergrenze 5G 3,8 GHz = 400 MHz).

In diesem Stadium ist es jedoch unmöglich, das Risiko von Interferenzen vollständig auszuschließen.

Deswegen hat das BIPT anlässlich der Zuweisung der vorläufigen Nutzungsrechte im 3,4 – 3,8-GHz-Funkfrequenzband Empfehlungen für die Nutzung dieser Frequenzbänder durch die Mobilfunkbetreiber in der Nähe belgischer Flughäfen erstellt. Dies geschah, nachdem das BIPT Ende 2020 von skeyes und der Generaldirektion Luftfahrt des FÖD Mobilität über die potenziellen Risiken von Interferenzen der Radarhöhenmesser durch 5G-Basisstationen kontaktiert wurde. Dat BIPT hatte sofort ein dringendes Schreiben an die betroffenen Betreiber geschickt, in dem es die Einhaltung einer Sicherheitszone und einer Vorsichtszone um die Start-und-Lande-Bahnen der Flughäfen empfahl. Die vom BIPT in seinem Schreiben empfohlenen Maßnahmen ähneln den in Frankreich auferlegten vorläufigen Maßnahmen.

Bislang wurden weder in Belgien noch anderswo in Europa Probleme festgestellt. Die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (oder CEPT) hat jedoch Anfang 2021 eine Untersuchung eingeleitet, um einen Bericht über die potenziellen Risiken von Interferenzen der Radarhöhenmesser zu erstellen. Laut dem festgelegten Zeitplan sollte März 2022 eine öffentliche Konsultation bezüglich des Entwurfs des Berichtes eingeleitet, und sollte Juli 2022 ein definitiver Bericht angenommen werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (oder EASA) untersucht das Problem ebenfalls. Es ist zu bemerken, dass die EASA bisher keine Sicherheitsbedenken identifiziert hat, und keine Interferenz der Radarhöhenmesser durch 5G-Basisstationen gemeldet hat. Darüber hinaus bestätigt die EASA in einer Note an die Vertreter ihrer Mitgliedstaaten Folgendes “Based on our assessment of all the information that is currently available to us, we consider that there is no immediate need for risk mitigation actions nor for States to act.” Die EASA sammelt jedoch weiterhin Daten bei den Flugzeug- und Ausrüstungsherstellern, um eine mehr detaillierte Risikoanalyse durchzuführen.